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Drachenfrucht Pitahaya

  • Autorenbild: Needful Friends
    Needful Friends
  • 24. Aug. 2022
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Dez. 2025



Die kleine Drachenfrucht hat einen weiten Weg hinter sich. Ihre Reise beginnt dort, wo Kakteen unter der Sonne Mittelamerikas wachsen und Zeit eine andere Bedeutung hat.


Aus dieser warmen Welt stammt sie ursprünglich, auch wenn sie heute meist aus Nicaragua, Vietnam, China oder Israel zu uns findet. Behutsam reist sie, gut gekühlt und geschützt, denn sie ist empfindlich und trägt ihr feines Aroma wie etwas Zerbrechliches in sich.


Oval liegt sie in der Hand, zwei- bis dreimal so groß wie eine Kiwi. Sie trägt ein kräftig pinkes Gewand, aus dem grüne, fleischige Blätter wachsen, fast so, als hätte sie sich unterwegs kleine Flügel zugelegt. Es gibt auch gelbe Drachenfrüchte, seltene Verwandte, die man nur selten im Handel entdeckt.



Wer die Schale öffnet, stößt auf ein stilles Inneres: grau-weißes Fruchtfleisch, gesprenkelt mit kleinen schwarzen Kernen, die an Stracciatella-Eis erinnern.


Die Drachenfrucht mag keinen Druck und keine Hitze. Beides würde ihr schaden, ihr den feinen Geschmack nehmen, der irgendwo zwischen Kiwi und Stachelbeere liegt, mild manchmal leicht säuerlich, manchmal sanft süß. Deshalb ist ihre Reise kostspielig und kurz, ihr Aufenthalt im Handel nur von begrenzter Dauer. In Italien nennt man sie frutta del drago, das kostbare Drachenobst.


Oft endet ihr Weg auf Buffets, aufgeschnitten und bestaunt wegen ihrer Farben und Formen. In ihrer Heimat ist das fast ihr übliches Schicksal. Dabei trägt sie mehr in sich, als ihr Äußeres vermuten lässt: Sie besteht zu neunzig Prozent aus Wasser und ist reich an Eisen, Calcium und Phosphor, leise Nährstoffe, die wirken, ohne laut zu sein.

Manchmal zögern wir vor ihr im Supermarkt, unsicher, wie man einer so fremden Frucht begegnet. Dabei ist sie unkompliziert: Man kann sie wie eine Kiwi auslöffeln oder bei reifer Frucht die Schale sanft abziehen, fast wie bei einer Orange.


Auch wenn sie bei uns oft zur Dekoration bestimmt ist, bleibt ihre Süße erhalten.

So liegt sie da, die kleine Drachenfrucht, keck aus ihrer Schale schauend. Eine Reisende, die zeigt, dass das Ungewöhnliche oft ganz sanft daherkommt – wenn man ihm nur einen Moment Aufmerksamkeit schenkt.



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