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Orangenbär Orangina

  • Autorenbild: Needful Friends
    Needful Friends
  • 24. Aug. 2022
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Dez. 2025



Orangen begleiten uns oft ganz selbstverständlich durch den Tag. Manchmal beginnen sie den Morgen als frisch gepresster Saft, manchmal warten sie geduldig im Topf, bis sie zu Marmelade werden. Sie verfeinern Suppen und Salate, bringen Helligkeit in Desserts und finden ihren Platz in Muffins, Dips oder feinen Soßen. In der herzhaften Küche zeigen sie eine besondere Stärke: Dort, wo Salz und Würze dominieren, setzt ihre Säure einen klaren, belebenden Kontrapunkt, etwa in klassischen Gerichten wie Ente à l’orange. Ihr süßes Fruchtfleisch ist wandelbar und fügt sich mühelos in süße wie pikante Speisen ein.


Auch jenseits des Fruchtfleisches entfaltet die Orange ihren Charakter. Naturbelassene, unbehandelte Schalen werden gern zum Aromatisieren von Kuchen verwendet, getrocknet finden sie sich in Teemischungen oder als dekorative Scheiben wieder.


Selbst in der Parfumindustrie schätzt man das warme, frische Aroma dieser Frucht. Nördlich der sogenannten Speyer-Linie trägt sie zudem einen anderen Namen: Apfelsine. Ein Wort, das aus dem niederländischen Appelsien stammt – dem „Apfel aus China“, Sina.


Botanisch betrachtet ist die Orange ein immergrüner Baum: Citrus sinensis, ein Mitglied der Zitruspflanzen aus der Familie der Rautengewächse. Ihre ursprüngliche Heimat liegt in Südostasien, wo sie aus einer Kreuzung von Mandarine und Pampelmuse entstanden ist. Während die Bitterorange bereits im Mittelalter über Landwege nach Europa gelangte, kam die süße Orange erst im 15. Jahrhundert auf dem Seeweg. Die Portugiesen brachten sie mit und Vasco da Gama berichtete 1498 begeistert, er habe in Mombasa süße Orangen gefunden, weit besser als jene, die man damals in Portugal kannte.


Heute stammen die Vitamin-C-reichen Früchte, die wir in Europa genießen, überwiegend aus der Region um Valencia. Dort werden sie von Oktober bis August geerntet. Die kalten Nächte verleihen den Früchten ihre typische orange bis rötliche Färbung, weshalb Blutorangen vor allem im Winter Saison haben. Bleiben die Nächte frostig, können Orangen jedoch grün bleiben, ein Zeichen, das nichts über ihre Reife oder Qualität aussagt. Aus marktwirtschaftlichen Gründen werden solche Früchte häufig entgrünt, indem sie kurzzeitig Temperaturen unter null Grad ausgesetzt werden; dabei verlieren sie auch ihren grünen Stängel.


Unsere Orangina geht einen anderen Weg. Sie hat keinen Frost erlebt und zeigt sich dennoch in kräftigem Orange. Unbehandelt, natürlich und bemerkenswert konstant. Eine kleine Dame, die das ganze Jahr über geerntet werden kann und eindrucksvoll zeigt, wie vielfältig und überraschend diese Frucht auch heute noch ist.



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