top of page

Die Geschichte vom kleinen Makaken Panchi-Kun

Autorenbild: Needful Friends
Needful Friends
1. Okt.
2 Min. Lesezeit


Panchi-kun war noch klein, als er merkte, dass etwas fehlte. Die anderen Affen waren nicht bei ihm. Sie saßen zusammen, kletterten, spielten und schliefen dicht aneinander.


Panchi-kun blieb meistens allein. Niemand wusste genau, warum es so gekommen war. Vielleicht war er zu klein gewesen. Vielleicht hatte ihn seine Mutter nicht angenommen. Vielleicht hatte die Gruppe keinen Platz für ihn.


Also bekam er einen Platz bei den Menschen. Sie gaben ihm zu essen, hielten ihn warm und kümmerten sich um ihn. Und eines Tages legten sie ihm ein kleines Plüschtier in die Arme.


Panchi-kun drückte es ganz fest an sich.


Es war weich. Es war warm. Und vor allem: Es blieb. Von da an war das kleine Plüschtier immer bei ihm. Wenn Panchi-kun schlief, lag es neben ihm. Wenn er sich fürchtete, hielt er es fest. Und manchmal saß er einfach nur da und schaute hinaus.


Hinter dem Zaun gab es Bäume. Panchi-kun konnte sie sehen, aber nicht erreichen. Er sah Blätter, die sich im Wind bewegten. Vögel, die einfach davonflogen. Manchmal hörte er Geräusche aus der Ferne und schaute lange in diese Richtung. “Wie es dort draußen sein mochte”, fragte er sich, denn Panchi-kun war noch jung und wusste nicht, wie groß die Welt war. Er wusste nur, dass sein kleines Plüschtier bei ihm blieb. Und vielleicht war das für den Anfang genug.


Doch manchmal, wenn am Abend alles still wurde, hielt Panchi-kun sein Plüschtier ganz fest und schaute durch die Gitter.

Dann war da dieser eine Gedanke: Ist ein Ort ein Zuhause, nur weil man dort gut versorgt wird? Panchi-kun kannte die Antwort nicht. Vielleicht gibt es Fragen, die man nicht für jemanden beantworten kann. Man kann nur hinsehen. Und sich fragen, was ein Tier wirklich braucht, um glücklich zu sein. Panchi-kun schloss die Augen. Das kleine Plüschtier lag noch immer in seinen Armen. Und draußen bewegten sich die Blätter im Wind.


Vielleicht braucht jedes Lebewesen mehr als einen sicheren Platz. Vielleicht braucht es auch die Freiheit, seinen eigenen Weg zu gehen.



Kommentare


bottom of page