đ Der Froschkönig, der keiner sein wollte
- Needful Friends

- 28. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Es war einmal ein kleiner grĂŒner Frosch, der eine Krone trug.
Niemand wusste so genau, woher er sie hatte. Manche behaupteten, eine Prinzessin habe sie eines Tages am Brunnen vergessen. Andere erzĂ€hlten, der Frosch sei in Wahrheit ein verzauberter Prinz und mĂŒsse nur von der Richtigen gekĂŒsst werden.
Der Frosch selbst musste jedes Mal lÀcheln, wenn er diese Geschichte hörte, denn niemand hatte ihn je gefragt.
Eines Morgens saĂ er am Rand seines Teiches und betrachtete sein Spiegelbild im Wasser.
âEin Prinz alsoâ, dachte er.
Er versuchte, sich einen Palast vorzustellen:
GroĂe SĂ€le, goldene StĂŒhle, Diener, die TĂŒren öffneten und jeden Morgen eine Krone, die vermutlich noch viel schwerer wĂ€re als seine kleine.
Dann betrachtete er die Seerosen. Ein Schmetterling setzte sich neben ihn. Im Schilf raschelte der Wind, und irgendwo begann ein Vogel zu singen. Der Frosch seufzte zufrieden, eigentlich mochte er sein Leben.
Er mochte den kĂŒhlen Schlamm zwischen seinen Zehen. Er liebte es, wenn Regentropfen auf den Teich fielen und tausend kleine Kreise zeichneten und er konnte stundenlang auf einem Seerosenblatt sitzen und darĂŒber nachdenken, wohin die Wolken zogen. Warum sollte er also darauf warten, jemand anderes zu werden?
Doch eines Tages kam tatsÀchlich eine Prinzessin an seinen Teich. Sie setzte sich ins Gras und betrachtete ihn lange.
âBist du der Frosch, den ich kĂŒssen soll?â, fragte sie schlieĂlich. Der Frosch ĂŒberlegte.
âWarum möchtest du mich denn kĂŒssen?â Die Prinzessin war verblĂŒfft.
âDamit du ein Prinz wirst.â
âUnd wenn ich gar keiner werden möchte?â DarĂŒber hatte sie noch nie nachgedacht. Also saĂen sie eine Weile schweigend nebeneinander. âEigentlichâ, sagte die Prinzessin irgendwann, âmöchte ich auch nicht besonders gern Prinzessin sein.â
Der Frosch rĂŒckte ein StĂŒck nĂ€her. Und dann erzĂ€hlte sie ihm von all den Dingen, die andere von ihr erwarteten. Von Kleidern, die sie nicht mochte. Von höfischem Benehmen. Und von einem Prinzen, den sie irgendwann heiraten sollte, obwohl niemand sie gefragt hatte, ob sie ĂŒberhaupt einen wollte.
Der Frosch hörte einfach zu. Als die Sonne langsam hinter den BĂ€umen verschwand, musste die Prinzessin plötzlich lachen. âDann brauchen wir ja ĂŒberhaupt keinen Zauber.â
Das habe ich mir auch schon gedachtâ, sagte der Frosch. Sie kĂŒsste ihn trotzdem ganz vorsichtig auf die Stirn. Nichts geschah. Kein Blitz, kein Donner. kein wunderschöner Prinz stand plötzlich vor ihr. Da saĂ immer noch derselbe kleine grĂŒne Frosch mit seiner Krone. Und beide waren erleichtert.
Von diesem Tag an besuchte die Prinzessin ihn oft am Teich. Manchmal redeten sie, manchmal schwiegen sie und manchmal saĂen sie einfach nebeneinander und sahen den Wolken zu.
Die Menschen im Schloss erzĂ€hlten weiterhin die alte Geschichte vom verzauberten Froschkönig. Die beiden lieĂen sie erzĂ€hlen, denn sie kannten lĂ€ngst das Geheimnis, das in keinem MĂ€rchenbuch stand:
Nicht jede Verwandlung macht uns zu dem, der wir wirklich sind. Manchmal besteht der gröĂte Zauber darin, es bleiben zu dĂŒrfen.
Und seine Krone? Die trug der kleine Frosch weiterhin. Nicht weil er ein König war, sondern weil sie ihm einfach ausgezeichnet stand.





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