top of page

Aus dem Leben einer Geisha

  • Autorenbild: Needful Friends
    Needful Friends
  • 28. Aug. 2022
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Dez. 2025



Die Geisha ist mehr als nur eine Unterhaltungskünstlerin, sie ist ein lebendiges Symbol japanischer Tradition. Der Begriff setzt sich aus den Worten Gei für Kunst und Sha für Person zusammen. Ihre Blütezeit lag im 18. und 19. Jahrhundert, doch bis heute übt die Geisha ihre Kunst aus, nicht nur als Unterhalterin, sondern auch als stille Trendsetterin in Mode und Ästhetik.


Schon damals beschränkten sich die Dienste einer Geisha auf Unterhaltung. Nur in den sogenannten Hanamachi, den Blumenvierteln, existierten Geishas, die auch sexuelle Dienste anboten. Die Ausbildung einer Geisha ist ein langer Weg von über sechs Jahren. Sie erlernt die traditionellen japanischen Künste wie Kalligrafie, das Spiel auf mehreren Musikinstrumenten, Gesang, geübte Konversation und die Kunst der perfekten Gastgeberin.



Sie beherrscht die Teezeremonie, deren Abläufe ebenso präzise wie poetisch sind. Die Kosten für diese Ausbildung trägt die Okiya, das ausbildende Geisha-Haus, und die junge Geisha bezahlt diese später zurück, ein stiller Pakt zwischen Kunst und Pflicht.


Die Geisha tritt meist im Rahmen der Teezeremonie auf, einem Ritual, das in Japan weit mehr bedeutet als das bloße Teetrinken. Seine Wurzeln liegen im Zen-Buddhismus: Die Teezeremonie ist eine Übung in Langsamkeit, Stille und innerer Reinigung. Gastgeber und Gäste verbinden sich in einem Moment der Harmonie, der Ehrfurcht und der Muße. Für westliche Augen, gewohnt an Tempo und Rationalität, ist es ein leises Abenteuer, dem stillen Rhythmus dieser Zeremonie zu folgen. Bis eine Schale Tee vollendet ist, kann es durchaus eine dreiviertel Stunde dauern, jede Bewegung ist bedacht, jeder Handgriff durchdacht, und doch scheint die Zeit langsamer, leichter, beinahe magisch.


Ein altes Märchen erzählt von einem Kaiser und Gelehrten, der im Jahre 2737 v. Chr. unter einem wilden Teebaum ruhte. Leichte Blätter fielen in sein sprudelndes Wasser. Beim ersten Schluck fand er es so erfrischend, dass er die Pflanze sofort in seinem Garten anbaute und täglich davon trank. Der Tee schenkte ihm Ruhe, Ausgeglichenheit und ein langes Leben, eine Erinnerung daran, wie kleine Dinge den Lauf des Lebens verzaubern können.


Die Geisha trägt zur Zeremonie einen Kimono, im Winter wattiert, im Sommer aus feiner Seide, stets auf die jeweilige Jahreszeit abgestimmt. Ihr weiß gepudertes Gesicht und der perfekt geschminkte Schmollmund sind Markenzeichen, doch je älter eine Geisha wird, desto dezenter wird ihr Make-up, denn es ist ihre Kunst, die beeindruckt, nicht die Schönheit. Heute sind Geishas Bewahrerinnen der traditionellen Künste, unabhängig und selbstbestimmt. Sie sind keine Relikte der Vergangenheit, sondern lebendige Brücken zwischen Geschichte, Ästhetik und Gegenwart.


Aus der Needful Friends Werkstatt kommt unsere kleine Geisha auf Anfrage direkt ins Haus. Sie ist 12 cm groß, trägt einen Winterkimono und einen passenden Geisha-Schirm – ein winziges Stück japanischer Tradition, das Ruhe, Anmut und leise Poesie in unser Zuhause bringt.






Kommentare


bottom of page