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Apfelbär Apple

  • Autorenbild: Needful Friends
    Needful Friends
  • 24. Aug. 2022
  • 2 Min. Lesezeit


Man sagt, der erste Apfel habe an einem Ort gehangen, an dem alles begann. Im Garten Eden soll er am Baum der Erkenntnis geleuchtet haben, so verlockend, dass Eva ihn pflückte und Adam zum Kosten bewegte. Seitdem haftet dem Apfel der Ruf der Verführung an, zu Unrecht, wie man heute weiß.


Wahrscheinlich waren es Granatäpfel oder Feigen, die dort wuchsen. Erst spätere Deutungen machten den Apfel zur Paradiesfrucht und luden ihm die Last des Sündenfalls auf. Doch der Apfel selbst blieb unschuldig, rund und freundlich wie eh und je.


eine Geschichte reicht weit über die Bibel hinaus. In den Mythen der Griechen schenkte Dionysos den Apfel der Liebesgöttin Aphrodite. Gaia überreichte Hera zur Hochzeit mit Zeus goldene Äpfel, Sinnbild von Fruchtbarkeit und Fülle.


Und die Göttin Idun hütete jene magischen Früchte, die den Göttern ewige Jugend verliehen. Der Apfel war niemals nur Nahrung, er war Versprechen, Symbol und Sehnsucht zugleich.


Schon vor etwa 12.000 Jahren wurde der Apfel in Asien kultiviert. Als Kernobstgewächs breitete er sich über Europa, Asien und Nordamerika aus und fand in unzähligen Sorten seinen Platz. Einst soll es rund 2000 Apfelsorten gegeben haben, heute werden noch etwa 1500 davon angebaut. Ob Kulturapfel, japanischer Apfel, Kirschapfel oder der Granatapfel, den wir besonders im Winter gebacken genießen, jede Variante trägt ihre eigene Geschichte in sich. Auf unseren Märkten begegnen uns Namen wie Gala, Golden Delicious, Fuji, Pink Rose oder Red Jonaprince, doch ihr Wesen bleibt gleich: vertraut und tröstlich.


Noch vor hundert Jahren war der Apfel das wichtigste Obst überhaupt. Besonders im Winter war er ein unverzichtbarer Begleiter. Unter seiner Schale verbirgt er über 30 Vitamine und Spurenelemente, Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Er besteht zu 85 Prozent aus Wasser, liefert schnelle Energie, reinigt die Zähne und das alles mit gerade einmal rund 60 Kalorien. Kein Wunder, dass er als Heilmittel geschätzt wurde - bei Magen-Darm-Beschwerden, Ekzemen, Rheuma oder Vitaminmangel. „An apple a day keeps the doctor away“ ist mehr als nur ein Spruch, es ist gelebte Erfahrung.


Sommeräpfel wurden frisch vom Baum gegessen oder haltbar gemacht, Winteräpfel sorgfältig gelagert. In jedem Bauerngarten hatte der Apfel seinen festen Platz. Und auch wenn er heute das ganze Jahr über verfügbar ist und aus fernen Ländern zu uns reist, hat er nichts von seiner Nähe verloren.


Der Apfel ist unser Lieblingsobst. Märchen kennen seine Macht, Schneewittchen konnte ihm nicht widerstehen. Bei unserer Apple jedoch ist keine böse Stiefmutter im Spiel. Sie ist harmlos, herzig und voller Charme. Und wenn sie ein kleines bisschen verführt, dann nur dazu, sich zu freuen. Garantiert jede Sünde wert und dabei ganz und gar unschuldig.



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