Aus dem Leben eines Clowns
- Needful Friends

- 28. Aug. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Dez. 2025

Etwa eine Stunde braucht ein Clown, um sich vollständig zu verwandeln: etwas Weiß, ein Hauch Rot, ein wenig Schwarz. Er schlüpft in bunte Kleider, die ihm zu groß und viel zu weit erscheinen, stolpert über noch größere Schuhe, und seine Haare stehen wild in alle Richtungen.
Getreu dem Motto „Lache, auch wenn das Herz Dir bricht“ führt er in der Manege den dummen August vor. Für seine Arbeit benötigt er ein reiches inneres Leben, dazu gehören auch die dunklen und traurigen Erfahrungen des Lebens, aus denen er Kraft schöpft, um seinem Publikum oft übertriebene Facetten eigener Schicksalsschläge zu zeigen. Schnell entsteht der Eindruck, dass das Leben des Clowns eigentlich ein recht trauriges sein muss. Der Zwang, stets lustig sein zu müssen, erzeugt eine innere Spannung, die sich mit der mobilen Lebensweise, der sozialen Entwurzelung und der Einsamkeit, die dieses Gewerbe oft mit sich bringt, verbindet.
Und doch kann Clownsein auch Freiheit bedeuten: die eigene Gefühlswelt zu nutzen, einer dramaturgischen Linie zu folgen und durch paradoxe Darstellungen unseren Alltag zu spiegeln, der nicht immer heiter ist, aber über den man trotzdem lachen kann. Der Clown verlangt schauspielerische und pantomimische Höchstleistung, gepaart mit einem tiefen Einfühlungsvermögen. Das Wort „Clown“ stammt vom lateinischen „Colonus“, zu Deutsch Bauer.
chon vor 500 Jahren kannte man beim Theater den Witzbold, meist ein einfacher Mensch, über den das Publikum lachen konnte. In Italien nannte man ihn Arlecchin, Harlekin, bei uns war es der Hanswurst. Seit etwa 200 Jahren tritt der Clown nicht mehr nur im Theater, sondern auch im Zirkus auf.
Er berührt uns, bringt uns zum Lachen und manchmal auch zum Mitfühlen. Bei ihm läuft immer etwas schief, und doch steht er jedes Mal wieder auf. Akrobatisch, charmant, ein Lebenskünstler, der sein Dasein ganz dem Kinderlachen und der Freude seines Publikums gewidmet hat.





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