Pilzbär Funghi
- Needful Friends

- 24. Aug. 2022
- 2 Min. Lesezeit

Wenn der Herbst Einzug hält, verändert sich der Wald. Die Luft wird feuchter, die Farben tiefer und zwischen Moos, Laub und Wurzeln beginnt es zu leben. Pfifferlinge, Steinpilze und Champignons, Herbst und Pilze gehören einfach zusammen. Jetzt ist ihre große Zeit. Das feuchte Klima, gepaart mit den letzten wärmenden Sonnenstrahlen, lässt sie sprichwörtlich aus dem Boden schießen.
Es ist der Fruchtkörper der Pilze, der uns in die Wälder lockt und diesen unverwechselbaren Duft verbreitet – eine Mischung aus Erde, Laub und stiller Verheißung.
Diese aromatischen Waldgenossen, die nun so viele Speisekarten und Teller schmücken, sind sonderbare Wesen. Lange hielt man sie für Pflanzen, doch dafür fehlen ihnen entscheidende Eigenschaften. Ihre Zellwände bestehen nicht aus Zellulose, sondern, wie bei Insekten, aus Chitin.
Chlorophyll besitzen sie nicht, Licht können sie weder in Energie noch in Zucker verwandeln. Pilze leben anders. Sie sind auf ihre Umgebung angewiesen, auf das, was der Wald ihnen schenkt. Und das, was wir sehen, die Fruchtkörper auf dem Waldboden, ist nur ein kleiner Teil ihres wahren Daseins.
Der eigentliche Pilz lebt verborgen unter der Erde. Ein feines, weit verzweigtes Geflecht breitet sich dort aus, dient der Nährstoffaufnahme und verbindet den Pilz mit seiner Umgebung. Der sichtbare Fruchtkörper ist lediglich der Bote, der Sporen verteilt, damit sich das Leben weitertragen kann. Viele Pilze gehen dabei eine stille Gemeinschaft mit Bäumen ein, versorgen sie mit Nährstoffen aus tiefen Bodenschichten. Andere zersetzen abgestorbenes Material und halten den Wald sauber.
So sind Pilze Helfer, Bewahrer und zugleich eine wertvolle Nahrungsquelle für Tier und Mensch. Besonders begehrt sind die Edelpilze. Zu ihnen zählen der Maronenröhrling, der Steinpilz, der Kräuterseitling und, verborgen und kostbar, der Trüffel, der unterirdisch wächst und zu den teuersten Delikatessen der Welt gehört. Der braune Kräuterseitling, so wie unser Funghi, nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Er ist ein sogenannter Schmarotzer, der im Gegensatz zu vielen holzbewohnenden Seitlingsarten auf krautigen Pflanzen wächst. Im Freiland kann sein Fruchtkörper bis zu zwölf Zentimeter hoch werden. Weißes Fleisch, ein mattbrauner, feinfilziger Hut, zurückhaltend im Äußeren, reich im Charakter.
Doch der Wald kennt auch seine Täuschungen. Edelpilze ähneln ihren giftigen Verwandten oft bis zur Verwechslung. Darum ist Wissen hier wichtiger als Neugier. Wer sammelt, muss unterscheiden können, Leckerbissen von Giftzwergen. Unser Funghi mahnt deshalb zur Vorsicht und erinnert an eine alte Regel: Schmeckt ein Pilz mild, ist er essbar. Schmeckt er scharf, sollte man ihn besser meiden.
Der Kräuterseitling aus der Bärenmanufaktur ist jedoch ganz harmlos und nicht für die Pfanne gedacht. Als Funghi begleitet er die Pilzsaison mit stillem Charme und ist nur in dieser besonderen Zeit erhältlich. Ein kleines Wesen aus dem Wald, das daran erinnert, wie reich und geheimnisvoll der Herbst sein kann.





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