Friedel Winterherz und der Anfang im Staub 45 cm
Ganz oben, unter dem Dach, wo der Staub wie Schnee auf Erinnerungen lag, saß Friedel Winterherz.
Die Balken knarrten leise über ihm und durch ein kleines Fenster fiel nur selten Licht herein. Ein schmales Band aus Wintersonne, das kam und ging, ohne Fragen zu stellen.
Dort wartete er, nicht ungeduldig, nicht traurig. Bären wie Friedel kennen die Kunst des Stillbleibens.
Einst hatte er Hände gekannt, die ihn festhielten und Nächte, in denen sein Herz aus Stoff schwer wurde vor Wärme. Dann wurde es still. Die Stimmen unten im Haus veränderten sich, wurden erwachsen und Friedel wanderte hinauf, dorthin, wo man Dinge aufbewahrt, die man nicht vergessen hat, sondern nur noch nicht wieder braucht.
In der Nacht zum Neujahr aber geschah etwas Besonderes. Der Wind rüttelte sanft am Dach, als wolle er erinnern und Schritte erklangen auf der knarrenden Treppe. Eine Kiste wurde geöffnet. Staub tanzte im Licht und plötzlich sah jemand Friedel an. So, als wäre etwas lange Vermisstes wieder an seinen Platz zurückgekehrt. Man nahm ihn behutsam auf und Friedel roch wieder Wärme. Er hörte wieder Nähe und etwas, das lange geruht hatte, begann sich neu zu ordnen, leise, ohne Worte, ganz von selbst.
Seit jenem Neujahr sitzt Friedel Winterherz nicht mehr im Dunkeln. Er ist wieder da, wo man bleibt, wo man zuhört, wo man hält. Denn manche Bären verlieren nie ihre Aufgabe. Sie ruhen nur, bis jemand sie wieder findet.
Friedel wurde gefertigt aus:
- Hundert Jahre altem handgewebtem Bauernleinen - antikbehandelt
- ist 5- fach gegliedert
- hat alte schwarze Glasaugen
- braune Nasen- und Krallengarnierung
- Füllung aus Fiberfill, Holzwolle und Stahlgranulat.

