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Der Gang nach Canossa Mönch Gregor


Es ist tiefster Winter, wir schreiben das Jahr 1077. Im Januar stapft Heinrich IV im Büßerhemd barfuß durch den Schnee zur Burg Canossa, in der Papst Gregor VII Zuflucht gesucht hat. Was veranlasst einen Herrscher zu solch einem Bittgang? Dazu muss ich ein klein wenig ausholen. Im Mittelalter konnte man sich für Geld alles kaufen, außer sein Seelenheil. Das ist in gewissem Maße auch heute noch so, man denke an die amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Damals wurde nur Kaiser, wem die Augsburger Fugger entsprechende Schmiergelder vorstrecken konnten. Man konnte mit dem Einsatz entsprechender Mittel eine Kaplanstelle, den Titel eines Erzbischofs oder gar den Papsttitel erkaufen. Das führte dazu, dass sogar Nichtgeistliche hohe Ämter bekleiden konnten und reiche Fürsten oder Verwandte des Herrschers in entsprechende Ämter im Rahmen der sogenannten Laieninvestitur erhoben wurden und somit große Macht über die Kirche hatten.



Nun war das Mittelalter generell von ständigen erbitterten Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst geprägt, denn die Päpste beanspruchten das alleinige Recht einen Kaiser zu krönen, zu salben, abzusetzen oder zu exkommunizieren. Heinrich IV kam nach dem Tod seines Vaters bereits in frühen Kinderjahren auf den Thron. Mit 14 Jahren erhielt Heinrich die Schwertreife. Nach einem Sieg über die Sachsen, als der junge Heinrich sich auf dem Höhepunkt seiner Macht wähnt, erreicht ihn ein Brief des Papstes, in dem Gregor VII den absoluten Gehorsam des Königs in allen strittigen Fragen zwischen Kirche und Krone erwartet. In dem Gregor die alleinige Entscheidung um die Besetzung des Erzbischofstuhls in Mailand einfordert, entzündet sich der Investiturstreit. Gregor will ein für allemal der Laieninvestitur ein Ende setzen, für Heinrich ist dieser Brief ein Affront. Er widersetzt sich den Anordnungen des Papstes und will das hohe Amt in Mailand nach eigenem Entscheiden besetzen. Gregor bleibt nichts anderes übrig, den König in die Knie zu zwingen, als ihn mit dem Kirchenbann zu belegen.


Dazu muss man wissen, dass der Kirchenbann damals eine der schlimmsten Strafen war, die einem Menschen zuteil werden konnten. In Heinrichs Fall bedeutete dies die Exkommunikation und somit den Verlust der Königswürde, die Entbindung seiner Herrschaft über das Reich. Gregor löst somit alle Christen von dem Eid, den sie auf den König geleistet haben mit der Folge, dass die Fürsten Heinrich die Gefolgschaft verweigern. Heinrich bleibt keine andere Wahl als im Winter 1077 über die verschneiten Alpen nach Canossa zu ziehen und den Papst weinend um Absolution zu bitten. Der Gang nach Canossa ist uns auch heute noch sinnbildlich für einen Bittgang im allgemeinen Sprachgebrauch geläufig. Unser Gregor wurde nach Papst Gregor VII benannt, der durch seine Kirchenreformen und die Absetzung der Laieninvestitur bekannt wurde. Der Entwurf des Gregors geht zurück in das 13. Jahrhundert, in dem der heilige Franz v. Assisi um das Jahr 1209 einen Betterlorden gründete und mit seinen Mitbrüdern als Wanderprediger umher zog. Der völlig verarmte Orden lebte, nach dem Wunsch des heiligen Franz, ohne Dach über dem Kopf in freier Natur und erbettelte Brot und Almosen für Arme und Kranke. Die extrem schnelle Verbreitung dieses Ordens geht auf die Armutsbewegung dieser Zeit zurück und so ist auch Gregor`s Kutte mit wenig Aufwand gearbeitet - ganz wie es der Zeit entsprach. Der ursprüngliche Entwurf des Mönchs Gregor war 1998 Sieger der Europameisterschaft in Essen. Seitdem wurde er immer wieder neu in unterschiedlichen Größen und Ausführungen angeboten.








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